Die verbliebenen sieben Notizen von der großen Furmint-Verkostung…
| Kühle grün-gelbe Frucht, steinig mineralische Töne, aber sehr im Hintergrund. Am Gaumen wider allem bislang von Kikelet bekanntem ausgesprochen markant, mit kräftig gestrickten, von klarer, mineralischer Struktur geprägten Säuren und eher zurückhaltenden, zurückgehaltenen Fruchtaromen. Angreifen, jung, ungebändigt. Braucht unbedingt noch Ruhe in der Flasche. | Restzucker: 4,8 g/l Säure: 7,1 g/l Alkohol: 13,0 % Vol. Von 35 und 20 Jahre alten Reben, 40 hl/ha, Mitte Oktober geerntet, mit heimischen Hefen in Holzfässern vergoren, danach sieben Monate lang in Holz ausgebaut. |
| Jung. Glasklare, kühle, ganz leicht stählern-würzig mineralische Nase. Auch am Gaumen stahlig-elegant, sehr kompakt und extraktreich, dabei kühl und ungemein geradlinig. Anklänge von unreifen Äpfeln, Mandarinen und Mandeln, definiert sich derzeit jedoch vorwiegend über seine durchweg präsente Mineralität. Langer Abgang. Bemerkenswert. Aber noch sehr jung. | Restzucker: 4,0 g/l Säure: 5,2 g/l Alkohol: 14,5% Vol. Von 55 Jahre alten Rebstöcken, am 12. Oktober geerntet, in Holz vergoren mit heimischen Hefen, dann in 400l-Fässern über acht Monate ausgebaut. |
| Kühle, helle Frucht, kristallklar. So auch am Gaumen, elegant, sehr schön fein aufeinander abgestimmte filigrane Säuren, angenehm leichte Frucht aus grünen Äpfeln und gelben Birnen und subtile, steinerne Mineralität. Unkapriziös, geradlinig, klar. | Restzucker: 9,0 g/l Säure: 6,8 g/l Alkohol: 12,5% Vol. Von 35 Jahre alten Rebstöcken, 20 hl/ha, 25. September geerntet, im Holzfass vergoren und danach im Holz über sechs Monate ausgebaut. |
| Deutlich wärmere Nase als der trocken ausgebaute Bruder. Türkischer Honig, unreife Zwetschgen und ein Hauch Feuerstein in der Nase. Am Gaumen traubig, reife grüne Frucht, mit feinstem, zartem Schmelz betörend, sanft in klare Säuren und ebensolche Mineralität gebettet. Gute Länge. | k.A. |
| Gedeckt kühl in der Nase, halbreife Äpfel und Honig. Am Gaumen mit frischen, leichten, geradezu beschwingten Säuren. Süße, überreife Frucht, vorwiegend aus grünen Äpfeln, leicht matte, etwas vom Holz abgefederte Säuren, daneben recht spannende vegetabile Noten, u.a. Gurke. Gute Spannung aufbauend, gegen Ende dann etwas abflachend. | Restzucker: 2,7 g/l Säure: 7,5 g/l Alkohol: 12,5% Vol. Von 20 Jahre alten Rebstöcken, am 26. September geerntet, mit heimischen Hefen in Holz vergoren, dann über 12 Monate in Holz gereift. |
| Weich und warm in der Nase, Gummibärchenaromen, Mango und Kräuter. Am Gaumen mit schmelziger Textur, sehr vom Holz dominiert, Vanillearomen, so sie die Frucht nicht gänzlich überdecken, verfälschen sie zumindest deren Charakter. Nicht genug, der Alkohol drückt gewaltig, zerstört jeden restlichen Eindruck. Nein danke, nachsitzen. | Restzucker: 7,0 g/l Säure: 5,9 g/l Alkohol: 15,5% Vol. Von 20 Jahre alten Rebstöcken, 30 hl/ha, am 22. September geerntet, mit heimischen Hefen in Holz vergoren, danach in 225l-Holzfässern ein Jahr lang gereift. |
| Wunderbar elegante, leicht warme Nase, mit Mandarinen, reifen Birnen, roten Äpfeln und türkischem Honig. Am Gaumen mit ganz zartem Schmelz, grüne Äpfel, kühle, ganz klar strukturierte Säuren, wunderbar ausbalanciert, elegant, geradlinig. Lang. Sehr schön. | Restzucker: 3,5 g/l Säure: 6,6 g/l Alkohol: 14,0 % Vol. Von 30 Jahre alten Rebstöcken, 20 hl/ha, am 4. November geerntet, in 400l-Holzfässern vergoren und in denselben fünf Monate lang gereift. |
Tags: Demeter Zoltán · Furmint · Kikelet · Királyudvar · Lenkey Pincészet · Orosz Gábor · Szepsy István · Tokaj · Weißwein