Nun also endlich der letzte Teil meiner Notizen vom Verkostungsabend.
Die Weine von Gróf Buttler genießen einen mindestens ebenso berüchtigten Ruf, wie ihr Macher. Der Unterschied: bei letzterem geht es dabei um seine Launigkeit, die er bisweilen an den Tag legen kann. Bei ersteren um die Weine an sich, die durch eine ganz eigene Beschaffenheit für sich sprechen. Und das ist positiv gemeint. Sicherlich ist die Beschaffenheit, eine feste Textur, die überwiegend vom Terroir der Region Eger und vom Holzausbau geprägt ist, nicht unbedingt etwas für Einsteiger. In jedem Fall aber ist der Stil der Gróf Buttler Weine einzigartig, mit hohem Wiedererkennungswert.
Dichtes, mitteldunkles Rubinrot. Warmes Boquet aus Blaubeeren, schwarzen Kirschen und Johannisbeeren, Wachs und feuchtem Laub. Am Gaumen erstaunlich schlank, schlanker als ich vermutete. Von Holz geprägt, mit spürbaren Gerbsäuren und nur dahinter sich verhalten zeigende, dafür aber dichte, kompakte dunkle Trockenfrüchte. Mittlerer Abgang. Ein Cabernet der etwas anderen Art.
Intensives, recht dichtes Purpur. Interessanterweise auch hier, kurz nach den Erfahrungen von Szabó, ein deutlich von Tabaknoten geprägtes Boquet. Am Gaumen mit männlich-animalischen Noten, Zwetschgen, sehr feuriger Würze, merkwürdig. Meiner Meinung nach fehlerhaft, habe dann aber nicht mehr aus anderer Flasche versucht.
Dichtes mittleres Rubinrot. Süßliche, rot-schwarze Frucht mit medizinischem Einschlag. Am Gaumen setzt sich die Tabak-Gala des Abends fort, auch hier leicht süßliche Frucht aus Zwetschgen und schwarzen Kirschen, gute Säurestruktur, schön adstringierend. Wunderbar fest, kompakt, füllig am Gaumen. Mittlerer bis langer Abgang. Schön.
Mittleres. leicht trübes Rubinrot, leicht bräunlich zu den Rändern hin. Kühle rote Frucht mit vegetabilen Noten und feinstem, dezentem Holz. Am Gaumen sehr direkt, schon relativ klar und reif wirkend, dennoch sicher noch ordentliches Potential, schlank, elegant, fest, nur richtiger Druck fehlt, dunkle Früchte mit leichter Süße und steiniger Mineralität. Mittlerer bis langer Abgang.
Ein reinsortiger Syrah, nur die besten Trauben gelangten in die Selektion. Dichtes, dunkles Rubinrot. In der warmen, matten, noch etwas gedeckten Nase feine Tabaknoten und getrockene und eingekochte schwarze Früchte. Am Gaumen sehr dicht, mit vielen Gerbstoffen, neben eingetrockneten schwarzen Beeren rauchig-petrolige Aromen, erinnert mich am ehesten an den schwedischen “Kautabak” Snus, noch ziemlich verschlossen, jung. Braucht noch Zeit, oder hätte besser dekantiert werden müssen. Aber spannend.
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