Fortsetzung von gestern und vorgestern, nun mit den Rotweinen des Abends.
Nach dem nahe gelegenen Velencer See und Ort benannt. 35% Cabernet Sauvignon, 35% Cabernet Franc, 10% Merlot, 10% Csókaszőlő, 5% Kékfrankos und 5% Kadarka. Wenn das mal kein “wilder” Mix ist. Stellt sich nur die Frage, was beispielsweise die 5% Kadarka noch bewirken können. Schöne, klare, intensiv rot-schwarze Frucht in der Nase, vor allem Waldbeeren, sehr elegant, schlank, nicht zu breit und aufdringlich, dennoch einnehmend. Am Gaumen kehren die Waldfrüchte in vollster Reife zurück, mit ihnen einen schöne Säure und leichte Süße, Schoko- und Nougat-Aromen, etwas Mandel, ordentliche Gerbstoffe, ohne viel Druck aufzubauen, ist das Cuvée doch einnehmend, in die Breite drängend. Noch jung. Mittlerer bis langer Abgang. Sehr schön. Leider schon ausverkauft.
Selbst für einen Pinot relativ hell im Glas, deutlich ins Bräunliche gehend. In der Nase vielversprechend, warm, feines Holz, Trockenpfaumen und eingemachte Erdbeeren. Auch am Gaumen eine bereits jetzt schön entwickelte Frucht aus Erdbeeren, Himbeeren und Zwetschgen, elegante, schlanke Linie, mit frischen Säuren, leicht erdig-holzige Töne, gegen Ende mit recht straffen Gerbstoffen. Mittlerer Abgang. Wirklich gelungen, verdient aber auch noch einige Ruhe, Zeit, um sich zu entwickeln.
Nach dem Muster von Vylyan aus Villány, der zweite Kontakt mit einem reinsortigen Csóka aus der autochthonen Rebsorte mit demselben Namen. Intensiv leuchtendes, mittleres Rubin. Frische Nase aus dunklen Früchten, Schokolade und Lorbeer. Am gaumen entfaltete sich sofort einen ungemein intensive Frucht, Erdbeeren und (schwarze) Cognac-Kirschen, vitale, gerade noch gut eingebundene Säuren, nicht zu breit aber dafür umso dichter. Mittlerer Abgang. Schöner Wein, komplexer als der Csóka von Vylyan!
Und gleich der Direktvergleich, der Csóka von Szabó Zoltán aus dem Süden, aus Pécs. Noch sehr jung, auch im Glas heller, leuchtendes Purpur. In der Nase frische rote Früchte, Marzipan und vor allem Tabak. Am Gaumen fallen dann zunächst die härteren Gerbstoffe auf, die Frucht ist nicht so entwickelt, jünger, schlanker, dennoch recht schön. Die Säuren sind auch noch etwas spitz, ungestüm. Insgesamt (bei weitem) nicht so komplex. Dennoch nett zu trinken.
Ein Pirosbor, vereinfacht gesagt der ungarische Versuch einer Neuinterpretation des Rosé. Daher auch sehr hell im Glas. Auch hier finden sich neben hellroten Früchten wieder ausgeprägte Tabakaromen im Bouquet. Am Gaumen mit recht starken Säuren, schlankem, fast dünnem Körper, erstaunlich wenig sortentypische Würze, auch die rote Frucht von Erdbeeren und Himbeeren ist nicht sehr prägnant. Noch jung, klar, aber etwas konzeptlos wirkend.
Die bereits gestern angekündigten Notizen zu den Roten von Gróf Buttler folgen erst morgen.
Tags: Csókaszőlő · Etyek · Kadarka · Pécs · Pinot Noir · Rotwein · Szabó Zoltán · Szentesi · Velence Cuvée