Selber schuld. Blöd war ich. Habe blind zugegriffen. Gehöre normalerweise nicht zu der Fraktion, die es kaum abwarten kann den neuen Jahrgang in Gestalt von Jungweinen kennen zu lernen. Wollte es eigentlich nur noch mal wissen, nachdem ich schon vergangenes Jahr den Neuwein, den Újbor, von St. Andrea gekauft und allerdings nicht darüber geschrieben hatte. Damals war es ein 100%-iger Blauburger, sehr eigen, war nicht mein Fall, ging in eine matt-metallische Richtung. Aber genau deshalb griff ich dieses Jahr wieder zu, spontan – um erst zu Hause festzustellen, dass diesmal 100% Portugieser ihr Unwesen treiben.
Nun, ich wollte es wissen, selbstkritisch und offen ran gehen an den Blauburger und habe also einen Portugieser bekommen. Und genau damit kann ich mich in der Regel wenig bis gar nicht anfreunden. Auch der Neuwein half da nicht weiter, mit seinem recht dunklen, dichten Purpur. Es fängt für mich immer und vor allem in der Nase an problematisch zu werden, mit dem Portugieser: dieses schwer zu beschreibende Muffige, dumpf Metallene, mag auch animalisch sein, ok, klassischerweise kann man auch Kaffee und Heublumen reininterpretieren. Am Gaumen durch seine Jugend gar leicht prickelnd, ausgesprochen säurearm, mineralisch fruchtig, Aromen von Schwarzen Kirschen und Holunder. Ziemlich weich, verharrt kurz und unbekümmert auf der Zunge. Kurzer Abgang. Muss ich nicht haben.
Wein: Újbor Portugieser 2009
Weingut, Ort: St. Andrea, Egerszalóker
Rebsorte/n: Portugieser
Alkoholgehalt: 13,0%
Preis: 7,00 EUR (1.890 Ft.)
Internet: standrea.hu
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