Losonci Bálint, Virágbor 2008

Losonci Bálint, Virágbor 2008

Ein reinsortiger Cserszegi Fűszeres in einer schlanken 0,5l Flasche, da vermutet man erst einmal eine Dessertwein. Auch das Etiketten-Layout unterstützt zumindest unterschwellig diesen Eindruck. Doch da steht trocken und vor allem 15,5% Vol. Alkohol. dass der Wein vom Jungwinzer Losonci aus der Mátra stammt, macht die Sache nicht weniger spannend. Auf guten Cserszegi Fűszeres trifft man eher selten. Häufig sind es nichtssagende, halbsüße Weine aus der Tiefebene, die ihre Anhängerschaft vor allem dem stark duftenen Bouquet verdanken.

Und da kommen doch noch einmal Zweifel über die Etikettierung auf: im Glas wie ein Dessertwein, intensives dunkles Stroh- bis Goldgelb. Und auch die Nase deutet darauf hin: Kandierte Tropenfrüchte, Ananas, Orangenkonfitüre, Karamell, Butter, auch leicht florale Töne und – wie kann es anders sein – Botrytisnoten. Der Gaumen wischt die Zweifel dann jedoch weg. Der Virágbor, der „Blumenwein“, ist in der Tat trocken ausgebaut, die Trauben sicher jedoch sehr spät gelesen worden. Das ist charakteristisch für Bálint, auch der Olaszrizling aus der Lage Úrráteszi, den ich beim diesjährigen Weinfestival kostete war ähnlich. Saftige, fein schmelzige Textur, vermutlich noch etwas Restzucker, Aromen von Ananas und Akazienblütenhonig, welcher vor allem Länge gibt. Dezente, aber lebhafte Säuren, leider schiebt der wärmende Alkohol bedrohlich im Hintergrund, ist auf unangenehm aufdringliche Weise stets präsent. Ordentlicher Druck in der Mitte, nicht allzu breit, gegen Ende abfallend. Mittlerer Abgang.

Spannender, außergewöhnlicher Wein, der meiner Meinung nach besser nicht (fast gänzlich) durchgegoren hätte werden sollen, als halbtrockener Weißwein, dann als Aperitif oder Degistif sich besser gemacht hätte. Denn letztlich stört der hohe Alkohol doch, ist einfach zu viel.

Wein: Virágbor 2008
Weingut, Ort: Losonci Pince, Gyöngyöspata
Rebsorte/n: Cserszegi Fűszeres
Alkoholgehalt: 15,5%
Preis:  9,00 EUR (2.590 Ft.)
Internet: losonci.hu

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