Der Spitzenwein von Polgár und einer der gereiften Jahrgänge, die man auch noch im Handel bekommen kann. Normalerweise gehöre ich nicht zur Korkenschnupperfraktion, kann jedenfalls nichts daraus schließen, muss den Wein im Glas haben. Diesmal entströmte anfänglich jedoch eine an Maggi erinnernde Duftnote direkt nach dem Öffnen der Flasche, so dass ich doch daran roch. Hatte kurz Bedenken, dass etwas mit dem Korken nicht stimmen könnte. Aber war letztlich unbegründet.
Doch der Maggiton sollte nah einiger Zeit wieder auftauchen. Davor aber zeigte sich das “Elixir” rubinrot und dicht im Glas und mit einem schönen, warmen Bouquet aus viel Frucht, insbesondere schwarze Kirschen und Blaubeeren, daneben erdige Töne, Waldboden, Nadelgehölz, Moos. Im Mund sehr rund, allerdings nicht allzu dicht und wenig Breite und Druck, schwarze Kirschen auch hier, Zwetschgenkompott, rote Johannisbeeren, etwas Nougat. Schön eingebettete, nach wie vor vitale Säuren, angenehm adstringierend, warmes, trockenes Holz. Mittlerer Abgang. Soweit so gut. Mit der Zeit, sprich an der Luft verlor sich dann die Frucht ein gutes Stück weit und die Nase entwickelte sich mehr Richtung würzigem Holz, da war auch wieder Maggi im Spiel. Am Gaumen mit noch weniger Druck und Konzentration. Was anfangs Spaß machte, enttäuschte gegen Ende und wäre mir keine 27-31 EUR wert.
Wein: Cuvée Elixír 2003
Weingut, Ort: Polgár Pincészet, Villány
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 27-31 EUR (7.500-8.500 Ft)
Internet: polgarpince.hu
Tags: Cabernet Franc · Cabernet Sauvignon · Kékfrankos · Merlot · Polgár · Rotwein · Villány-Siklós