
Sauska also, nach einigen Wochen gleich noch einmal. Der Zufall wollte es so, bzw. ein geschäftlicher Hintergrund. Und der verschaffte mir die wunderbare Möglichkeit, die drei Top Weine zu verkosten. Dazu nochmals eine Prüfung des Makár Chardonnay (gefiel mir diesmal nicht mehr ganz so gut, der Alkohol drängte sich zu sehr in den Vordergund, der Schmelz war nicht so ausgeprägt), die beiden Cuvée 7 (Bestätigung meiner ersten Eindrücke, (fast zu) viel Tannine, kräftige Säuren, die leichtere Variante aus Siklós sagt mir persänlich mehr zu – und damit bin ich in der Minderheit) und davor freundlicherweise auch noch der neue Jahrgang 2008 des Kékfrankos.
Sechs Monate im Barrique gereift. Stattliche 14,5% Vol. und damit ein Prozentpunkt mehr als sein Vorgänger. Für Blaufränkisch ähnlich wie der 2007er dunkles dichtes, trübes Purpur. Noch etwas bedeckt, dunkle Schokolade, feine, ganz leicht rauchige Würze, grüne Kräuter und Sauerkirscharomen. Im Munde ime rsten Eindruck noch sehr frisch, jugendlich wirkend, angenehm weich, auch hier Sauerkirschen, rote Johannisbeeren, feine Tannine. Mittlerer Abgang. Gefällig, der 2007er gefiel mir jedoch mehr.
Der Merlot aus der Top-Lage Kopár. 15% Vol. wie übrigens alle drei Premiumweine. Dichtes, tiefes, trübes Rubinrot, leichte braune Schlieren an den Rändern. In der Nase nicht so ausgeprägt wie ich erwartet hätte: kühles Holz, überreife Brombeeren und Lakritz. Am Gaumen wie ein Merlot klassischerweise weich-samtig, Kompott aus schwarzen Kirschen, Brombeeren, sehr guter Holzeinsatz, nach einiger Zeit zeigen sich auch Aromen von feuchtem Heu und Karamell. Mittlerer bis langer Abgang.
Bräunliches durchsetztes, trübes, dichtes Rubinrot. Sanfte Nase aus grünenKräutern, schwarzen Kirschen und Zedernholz. Am Gaumen rund und ausgewogen, Frucht von Zwetschgen und Kirschen, fleischige Textur, Aromen von Vanille, auch Milchschokolade und Nelken, sauber eingebettete Säuren und Tannine. Mittlerer bis langer Abgang. Mein persönlicher Liebling.
70% Merlot, 15% Cabernet Sauvignon, 10% Cabernet Franc. Bei der VinAgora hatte mir das Cuvée 5 mehr zugesagt. Es erschein mir diesmal weniger präsent, der Cabernet Franc zuvor zeigte in der direkten abfolge mehr Charakter, mehr Eigenständigkeit. Zweifelsohne ein außergewöhnlicher Wein mit schöner Frucht, rund, ausgewogen. Damit habe ich die Mehrheit der Weine von Sauska trinken können. Sie sind durch die Bank sehr schön zu trinken und können jederzeit problemlos vorgezeigt, also auch gekauft werden. Sie sind sehr präzise ausgearbeitet, fehlerfrei. Sie sind damit im internationalen Verständnis modern, bereit für die Eroberung andere Märkte und grenzen sich von vielen lokalen Größen in Villány, wie etwas Bock oder Gere, die häufig eine erkennbare “Villány Old School “-Handschrift tragen klar ab. Ich persönlich wünschte mir jedoch etwas mehr Ecken und Kanten, etwas mehr Charakterstärke, denn ansonsten liegt der Wiedererkennungswert ausschließlich in der Präzision, der Fehlerfreiheit. Und das ist ein wenig schade.
Tags: Cuvée 5 · Rotwein · Sauska · Villány-Siklós