
Der heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen ziert die Etiketten des Weingutes. (Copyright Nyári Pince)
Das Szt. György Borház heißt Szt. György Borház, weil es am “Berg des Heiligen Georgs” liegt, rechtlich jedoch zum Anbaugebiet Badacsony gehört. Der Szt. György Hegy, also eben jener Berg, liegt etwas zurück versetzt südwestlich des Badacsony, einige Kilometer Luftlinie vom Balaton entfernt. Viele kleine Familien- und einige größere Winzer bauen hier zumeist qualitativ minderwertige Weine an, die gegebenenfalls noch als einfacher Landwein oder als Schorle genießbar bzw. akzeptabel sind.
Zwei nennenswerte Ausnahme gibt es derzeit: Szászi Endre und Nyári Ödön, wobei letzterer durch die Fachhandelskette Bortársaság in Ungarn bekannter ist, ersterer beim genaueren Hinsehen jedoch die besseren Weine macht. Der 2006er Kéknyelű stammte noch von einem Besuch vor Ort, bei Nyári. Mit etwas Abstand war ich vom Riesling alles andere als überzeugt. Der Kéknyelű hingegen hat sich in den vergangenen knapp zwei Jahren recht schön entwickelt.
Glasklares, ziemlich dunkles Strohgelb. In der Nase wirkt er beachtlich reif, Botrytistöne, Honig, Orangen und Margeritenaromen. Am Gaumen eine deutlich spürbare, schön fruchtige Restsüße, Aprikosen, Orangenmarmelade, Bittermandeln und Sandelholz, auch etwas Heu, feingliedrige Säuren, schöne cremige Textur. Leider doch etwas kraftlos wirkend und mit hefigen Noten unterlegt.
Wein: Kéknyelű 2006
Weingut, Ort: Szt. György Borház, Szt. György hegy /Hegymagas
Rebsorte/n: Kéknyelű
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: keine Ahnung mehr, vermutlich um die 1.800-2.200 Ft (6-8 EUR)
Internet: nyaripince.hu
Tags: Badacsony · Nyári Ödön · Szt. György Borház · Szt. György hegy · Weißwein