Sauvignon Blanc gehört den Cépage nobles an, zählt nach französischen Kriterien also zu den edelsten Rebsorten der Welt. Eines der nicht wirklich objektiven Kriterien für diese Auszeichnung ist eine möglich weite Verbreitung. Ungarn trägt dazu seit längerem einen kleinen bescheidenen Teil bei. Es sind nach wie vor ausgesprochen wenige Winzer, die sich am (vermutlichen) Ergebnis einer Kreuzung von Traminer x Chenin Blanc versuchen. Persönlich hatte ich zwei Hallowach-Erlebnisse ganz unterschiedlicher Art mit Sauvignon Blanc in Ungarn: bei Légli Géza am Süd-Balaton und bei Takács Lajos (Hollóvár) am Somló. Beide Weine waren für sich außergewöhnlich, ließen mich aufmerken und nachdem L., der eifrige Schreiber von budapestdailyreview.hu (Link zu seiner Notiz über die erste Paarung) mich drängte, gemeinsam thematisch interessante Paarungen zu gestalten, ließ ich mich nicht lange bitten.
Meinen Duell-Serien ähnelnd treten Paare gegeneinander an, wobei sich die ungarischen Vertreter gewissermaßen einem Benachmarking-Check unterziehen müssen. Wer steht für klassische Sauvignon Blanc Charakteristika, wie kräftige grüne Aromen nach Stachelbeeren, Gras, Kräutern und grünen Früchten? Wer schlägt aus der Reihe – und noch viel wesentlicher, wie überzeugen die noch jungen, recht günstigen Ungarn? Wie schlagen sie sich gegen die Konkurrenz aus aller Welt?
Wieder sehen wir uns mit einem Grundproblem konfrontiert: bei den Paarungen halbwegs passende Jahrgänge und Preisniveaus zustande zu bringen. Aber auch hier gilt wieder, dass wir uns die Freiheit nehmen, vermeintlich unprofessionell herangehen müssen und am Ende, davon bin ich überzeugt, dennoch eine Aussage treffen, uns ein Bild machen können.
Am Anfang steht eine ungarisch-französische Paarung, genauer gesagt Balatonfüred-Csopak vs. Loire.
Balatonszölösi Sauvignon Blanc 2007, Figula, Balatonfüred
Helles Zitronengelb. Recht bedeckt in der Nase, Margeriten, Honigwachs. Anfangs leicht perlend, was sich später dann legt. Aromen von Holunder, Brennessel und Kiwi, sehr zurückhalten, recht wenig Frucht, eigenartige, schwer zu definierende Mineralität. Kurzer Abgang.
Helles Zitronengelb. Gleich präsent mit schöner Frucht und Frische. Die Nase entwickelt sich dann von Minute zu Minute. Anfangs überraschende, interessante Noten von Rrauchfleisch und frischem Laub, dann immer fruchtiger werdend, deutliche Noten von Litschi, Ananas und Melone. Am Gaumen deutlich
dichter und konzentrierter als der Figula, mit Honig und buttrigen Tönen. Feinere, etwas spitzere aber wunderbar frische, Substanz-gebende Säuren und auch hier schöne tropische Frucht. Ein erstaunlicher Wein zu einem noch erstaunlicheren Preis.
Da muss man keine weiteren Worte verlieren. Touraine schlägt Balatonfüred um Längen.Da sind mehr als zwei Welten dazwischen.
Tags: Balatonfüred-Csopak · Figula Pincészet · Sauvignon Blanc · Weißwein
[...] da beim zweiten Durchgang unseres Sauvignon Blanc Benchmarkings vor uns. Das erste Paar findet sich hier. Wieder kamen wir bei der Blindprobe dem Ungarn auf die Schliche, da er schon der Nase nach [...]
[...] sich die Ungarn im Sauvignon Blanc-Benchmarking bislang schlecht (Teil I) bis sehr gut (Teil II) geschlagen hatten, fand nach längerer Pause der dritte Teil statt. Der [...]