Maurer Oszkár, Fodor Olaszrizling 2006

Maurer Oszkár, Fodor Olaszrizling 2006

Nach den drei Weißweinen standen noch drei Rotweine von zwei Winzern bereit, die ich bis dato gar nicht kannte. Mein kleines Resümee zu dieser Verkostung möchte ich schon vorwegnehmen. Der Pajdos und insbesondere der Vitézföld wussten zu gefallen. Parallel konnte man aber u.a. auch von der Domaine des Escaravailles den „Cotes du Rhone Villages Rasteau La Ponce 2006“ verkosten. Und der wird beim Terroir Club für 3.780 Ft (13,50 EUR) und damit 800 Ft oder rund 3 EUR weniger bekommen, als den Vitézföld von Karner Gábor. Und der Cotes du Rhone ist eindeutig besser.

Womit wir wieder bei dem chronischen Grundproblem angelangt wären, dass die ungarischen Weine, vorneweg die Rotweine, im internationalen Vergleich auf der Ebene von Preis-Leistungsverhältnis ein ernstes Problem haben: da sie nämlich schlichtweg und fast durchgehend zu teuer sind. Nicht zu reden davon, dass die Weißen insgesamt mehr Potential haben.

Aber auch das zeichnen sich ungute Aufwärtsbewegungen an. Der Szerelmi Hárslevelű von Demeter Zoltán ist zweifelsohne ein richtiger guter Weißwein und kann sich international überall sehen lassen. Einen Preisanstieg von 4.990 Ft (2005er Jahrgang) auf erst 5.490 Ft (2006) und nunmehr 6.480 Ft (2007), also um 10% und mehr Prozent, rechtfertigt das jedoch nicht. Kein Wort darüber, was man für 6.480 Ft (23 EUR) an trocken ausgebauten Weißweinen in Deutschland bekommen kann…

Szűcsi Kékfrankos 2007, Karner Gábor, Mátra

Karner Gábor selbst hätte seinen einfachen Kékfrankos (Blaufränkisch) von der Umgebung des Dorfes Szűcs, der in dieser Form zum ersten Mal überhaupt präsentiert wurde, gerne noch ein halbes Jahr lang im Fass gelassen. Und das hätte ihm sicherlich auch gut getan. Der finanzielle Druck war jedoch zu groß, weshalb er jetzt schon erhältlich ist. Dunkles, erstaunlich dichtes Purpur. Schön konzentrierte Nase nach getoastetem Holz und warmem Zwetschgenkompott. Am Gaumen grüne Noten von unreifer roter Frucht und frischem Holz, angenehm adstringierend, etwas allzu spitze Säuren, flach, kurzer Abgang. Wie so oft Fall: die Nase versprach mehr, als der Mund halten konnte.
6,85 EUR (1.920 Ft)

Pajdos 2007, Pók Tamás – Monárchia Borászat, Eger

Dichtes, leicht trübes Purpur. Warmes weiches Holz, grüne Kräuter, schöne, leicht herbe Frucht aus schwarzen Johannisbeeren und überreifen Stachelbeeren. Am Gaumen Bitterschokolade, schwarze Beeren, Holunder, eine Spur Nougat. Gut adstringierend, recht konzentriert, gegen Ende etwas zu deutliches, zu frisches, grünes Holz. Mittlerer Abgang.

Vitézföld 2007, Karner Gábor, Mátra

Ein sortenreiner Lagen-Kékfrankos (Blaufränkisch). 14,0% Vol. Der Jahrgang ergab 1.300 Flaschen, der Name „Vitézföld“, , kommt von den nach dem Ersten Weltkrieg dort angesiedelten Ungarn, die aus Siebenbürgen vertrieben worden waren. Dunkles, dichtes Purpur. Ausgesprochen schönes, fein-rauchiges Bouquet mit klaren mineralischen Noten (die Lage liegt an einem ehemaligen Geysir), ausgeprägte Frucht von überreifen Zwetschgen- und Sauerkirschen. Am Gaumen ebenso schöne Frucht von Holunder, Johannis- und Brombeeren, schön dicht, konzentriert, mit ordentlich Druck gegen Ende, gute strukturiertes Säuregerüst, dezente Eisen-Mineralität. Mittlerer Abgang.
13,50 EUR (3.780 Ft)

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