So richtig voran komme ich mit meiner Kékfrankos-Serie nicht. Und die Vertreter aus Sopron, der ungarischen „Heimat“ dieser Rebsorte, sind bisweilen auch unterrepräsentiert. Der einfache Kékfrankos von Jandl Kálman kostet gerade einmal 1.170 Ft, was beim derzeit schwachen Forint ungefähr 3,90 EUR sind. Und so schmeckt er auch. Da war der Grócz deutlich besser, interessanter – und eben noch preiswerter.
Purpurn im Glas, gefällige, etwas verhaltene Fruchtnase mit den klassischen Sauerkirsch-Anklängen. Am Gaumen dann auch und vor allem dunkelrote Früchte, ordentliche Säurestruktur, aber recht dünn, charakterlos. Kurzer Abgang. Ein einfacher, ordentlich ausgebauter Alltags- fast hätte ich gesagt Tafelwein, den man gut und gerne trinken, aber auch gut und gerne umgehen kann – ohne etwas zu versäumen.
Wein: Soproni Kékfrankos 2007
Weingut, Ort: Jandl Pince, Fertőrákos
Rebsorte/n: Kékfrankos
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: 3,90 EUR (1.170 Ft)
Internet: www.jandl.hu
Tags: Blaufränkisch · Jandl · Kékfrankos · Rotwein · Sopron
Habe vor ein paar Tagen den “Missio” Kékfrankos 2005 (?) von Jandl im Restaurant ??? in Sopron getrunken (Namen des Re. und Jahrgang werde ich anhand der Rechnung noch ‘rausfinden,muß nach dem Urlaub erstmal sichten.).Ganz ausgezeichnet:Großzügige Struktur, reife Frucht, viel Potential.Preis:Wenn ich mich nicht irre,3900 Ft.,sehr günstig für die Qualität.Unterschied sich gerade durch die kräftigere Struktur und den wesentlich trockeneren Charakter von den von mir verkosteten österreichischen Neusiedlersee-Weinen.Das fiel mir übrigens auch bei bei den anderen Sopronern auf:Sie waren nicht “glattgebügelt,also dem modernen(und oftmals allzu modischen)Geschmack angepaßt.Damit will ich gar nichts gegen die österr.Seeweine sagen (Sehr gute Beispiele:Mad,Blaufränkisch Marienthal Große Lage 2000 à 19.-€,äußerst würzig und fruchtig,weich,aber durchaus strukturiert,wenngleich sehr offenherzig,d.h.,nach 10 Minuten gab es keine Geheimnisse mehr zu entdecken;auch sehr gut:Supremus Reserve 2002 (Steindorfer),sehr gute Struktur,ausgesprochen kräftig und würzig;Blaufränkisch Vitikult 2007 (Wieder)à 10.-€,hielt sich trotz Fahrradgeschüttels über 3 Tage in der geöffneten Flasche ausgezeichnet).-Es hat eben alles seine Berechtigung.-Das größte Erlebnis am Neusiedlersee war allerdings eine 1995er Neuburger Spätlese vom weingut Sandhofer in Purbach,unglaublich breites Aromenspektrum,phantastisches Süße-Säure-Spiel,ein wahrer Göttertropfen.-Wir hatten dort übernachtet,ich wollte eigentlich nur eine Flasche für den Abend kaufen und wurde zur “Beute” für den 81jährigen Winzer,ein Original,der nach und nach seine Schätze hervorholte-ein sehr interessanter und lehrreicher Abend,schöner als manch “hochangebundene” Verkostung.-Schönen Gruß-Frank
Ich möchte mich einmal mehr der Rebsorte zuwenden und eine neue Serie starten. Für Ungarn ist sie meiner Meinung nach die wichtigste rote Sorte, zumindest besteht mit ihr eine große Chance für eine klare Profilierung auch und vor allem international. Ein Ausflug nach Sopron steht dann auch an. Unbewusst scheine ich die region zu meiden, was weniger mit der wirklich schönen Landschaft am Neusieldlersee zu tun hat, als der Tatsache, dass es in der Weinszene auf ungarischer Seite immer noch zu wenig Bewegung gibt. Während in Szekszárd jedes Jahr neue, vielfach junge Erzeuger erscheinen und teils wirklich schöne Weine vorzeigen können, ist Sopron immer noch auf “stand by”.
Es gibt die klassischen Namen, die einem immer einfallen: Weninger, Pfneiszl, Luka, Ráspi – ja und Ákos als Erweiterung von Weninger. Dann kommt erst einmal nichts, zumindest nicht konstant und auf dem Niveau. Schade. Das Terroir müsste mehr hergeben, Österreich zeigt das par excellence. wobei ich auch nachvollziehen kann, dass die Weine dort häufig sehr abgeschliffen, international getrimmt sind. Genau das macht in Ungarn häufig Spaß, dass man immer wieder auf Weine mit ecken und Kanten treffen kann, die im wahrsten Sinne des Wortes “handgemacht” sind, Charakterköpfe, die mehr zu erzählen haben, als die laborgeprüften abfüllungen eingesessener großer Erzeuger, die sich kein Riskio, keine experimente mehr erlauben dürfen. Die trifft man auch nicht auf den großen Verkostungen, sondern absteits, auf kleinen Pfaden. Insofern aknn ich Deine Eindrücke und Entdeckunegn voll und ganz nachvollziehen.