
Fortsetzung vom gestrigen Eintrag
Ausbau in neuen Barrique. Tiefdunkles Purpur. In der Nase würzige, leicht rauchige Kräuter, ganz deutlich Holunder, auch schwarze Johannisbeeren. Die Apfelsäure ist im Mund noch ziemlich präsent, der Wein wurde nicht geschwefelt. Aber vor allem fruchtig-grüne Töne, Efeu, Laub, dunkle Früchte, sehr komplex. Zeit jetzt schon erstaunlich viel Potential.
Der erste Pinot Noir-Jahrgang von Géza überhaupt, die Trauben sind jedoch nicht seine eigenen, wurden von einem Freund zugekauft. Mit einer kleinen Handpresse gepresst, in drei verschiedenen, bereits einmal verwendeten Fässern (großes und kleines Eiche- und kleines Akazienfass) ausgebaut. Satte 15,5% Vol.
Noch sehr jung, wird vermutlich erst im Sommer abgefüllt. Für die Rebsorte recht dunkel im Glas. Würzig, kräuteriges Aroma, Lack- und Petroltöne, aber auch schwarze Kirschen. Am Gaumen geschmortes Fleisch, dunkles Früchtekompott, schöner Holzeinsatz. Mittlerer Abgang. Interessant, weil wenig an einen Pinot Noir erinnert. Aber nicht so mein Fall.
Aus der Lage Pupos. Ähnlichkeiten zum Merlot sind erstaunlicherweise unverkennbar. Weniger würzig, ansonsten schon jetzt sehr präsent, reif. Schöne reife Brombeeren, etwas salzig, etwas rauher als der Merlot aber durch vermeintlich bessere Holzverträglichkeit weniger „aggressiv“, zurückhaltender. Nett.
Neues Holz, 14% Vol. Der schon im Dezember eindeutig identifizierbare Holunder ist immer noch in der Nase. Nach wie vor etwas schüchtern, verhalten. Im Mund rotes dunkles Früchtekompott. Auch Lorbeeren. Sehr konzentriert und füllig, insgesamt im Vergleich zu vor sechs Wochen auf einem sehr schönen Weg: weicher, runder, filigraner geworden. Wird wohl ein sehr schöner Wein werden.
Cabernet Sauvignon, Merlot zu gleichen Anteilen. In der Nase schwarze Johannisbeeren, kühles Holz. Nicht der Bodybuilder, aber das sagte ich, glaube ich, schon einmal. Am Gaumen viel Lakritz und dunkle Früchte, schöner, unaufdringlicher Tannin-Einsatz. Vermeintlich der „einfachste“, verständlichste, und insofern am ehesten internationalisierbare Rotwein von Géza.
Gerade einmal 980 Flaschen gibt es von der Selektion. Auch dieser Merlot ist eher unaufdringlich, unaufdringlicher als sein einfacher Vertreter aus 2008 jedenfalls. In der Nase rote Johannisbeeren, Wachholder und Lorbeer. Kühles Holz. Am Gaumen fleischig, sehr dicht und komplex. Er strahlt zur Mitte hin eine schöne würzige Wärme aus. Anklänge von Bitterschokolade, Mandeln und feinstem Laub. Langer Abgang. Sehr schön.
14% Vol., rund 5.500 Flaschen. Nelken und Tabaknoten in der Nase. Am Gaumen dominieren reife schwarze Kirschen, florale Noten – insbesondere Veilchen. Die zwei Jahre Alter merkt man ihm im direkten Vergleich zu den Fassproben und 2007ern schon merklich an, die Tannine sind schon etws abgeschliffener, nicht mehr ganz so würzig. Mittlerer Abgang.
Tags: Cabernet Franc · Cabernet Sauvignon · Kislaki Bormanufaktúra · Légli Géza · Merlot · Pinot Noir · Rotwein · Süd-Balaton