27. August 2008
Lisizca, ravasz 2007
Nahe am übermächtigen, allerorts bekannten Weingebiet von Villány gelegen, haben es Erzeuger aus Pécs besonders schwer, sich einen Namen zu machen. Im besten Falle werden sie auch Villány zugerechnet. Lisicza ist einer der wenigen bekannten Namen, die für Qualitätsweine aus Pécs stehen.
Ravasz meint „listig, schlau“, wie der Fuchs eben, der als Symbol auf allen Flaschen des...
21. August 2008
Exakt 99 Winzer machen ein Dorf? Kommt einem zunächst spanisch vor, ist aber ungarisch und Realität. Gestern war ich auf dem Borfalu, dem Weindorf, das zum fünften Mal am Rande des Budapester Stadtwäldchens stattgefunden hat. Bisher hatte es mich nicht dorthin verschlagen, weil ich stets von einem großen Besucherandrang ausging, worauf ich keine Lust hätte. Dem war aber nicht so, zumindest als ich dort...
21. August 2008
Der jahrelang dauernde Streit darum, was als Tokajer auf den Markt gelangen darf, dauert nach wie vor an, obwohl er eigentlich schon beigelegt sein sollte. Im November 2007 hatte die Europäische Kommission beschlossen, dass „Tokaji aszú“ allein aus Ungarn und damit aus dem Anbaugebiet Tokaj-Hegyalja kommen darf.
Nachdem in der Slowakei aber nach wie vor minderwertige Weine mit der Bezeichnung „tokajské“...
19. August 2008
Juhász Tibor, Máléhegyi Olivér 207
Kaum auf der Flasche (Mai 2008), schon im Glas. Anfangs fast vulgär aufdringliches Bouquet; es erinnert, wie so oft bei Irsai Olivér, an Muskateller, Honignoten. Später legt sich das zum Glück ein wenig, treten eher Apfelaromen in den Vordergrund. Erstaunlich viel Säure, die am Gaumen auf störende Weise haften bleibt, die sonst typischen feinen Aromen überlagert....
16. August 2008
Da schau an. Die Ungarn trinken laut einer Studie von GfK Hungária weniger Wein als früher. So ist 2007 erstmals seit langem der pro Kopf Verbrauch zurück gegangen. 20 Liter Wein hat jeder Haushalt im Durchschnitt getrunken. Die Zahl lässt mich zwar ein wenig stutzen, da im Vergleich Frankreich bei 53 und Deutschland bei rund 25 Liter liegen – pro Kopf wohlgemerkt! Ich wusste gar nicht, dass die Ungarn...
15. August 2008
Merfelsz, Vizöntő Cuvée 2007
Ich nehme mir heraus, eingangs kurz einen unsachlichen Kommentar abzugeben, über das Etikett: da mir sofort Penfolds (geschwungener roter Schriftzug) durch den Kopf schoss als ich es zum ersten sah, plus zahlreiche Bordeaux-Weingüter (zentriert ein Gebäude mit/ohne Landschaft). Der Versuch einer Klonung also? Oder wie ist das zu verstehen, als Messlatte, angestrebtes Ziel? ...
08. August 2008
Gál Tibor, Leányka 2007 und Pinot Noir 2004
Eine der bekanntesten Kellereien Ungarns kann in diesen Tagen auf ihr 15-jähriges Jubiläum zurückblicken: die Tibor Gál Pincészet. Auch nach dem tragischen Unfalltod Tibor Gáls vor dreieinhalb Jahren wird seine Tradition nicht nur in seinem Namen fortgeschrieben, sondern auch was die Philosophie der Kellerei anbelangt: bedingungslos auf Qualität zu setzen...
04. August 2008
Postmodern? Da war doch was? Postmodern? Ein viel zu lange überstrapazierter Begriff, den man noch benutzte, obwohl er schon längst nicht mehr zutraf. Den man benutzte, ohne genau zu wissen, was er bedeutete. Einfach weil es gut klang und schick war.
Umso mehr klingelten bei mir alle Alarmglocken, als ich in einem ungarischen Weinmagazin las, dass mit Takács Lajos ein neuer Winzer am Somló aus dem Nichts...