Mit dem Bikavér ist es ja ein wenig so, wie mit dem Chianti Classico: man weiß nie genau, was man bekommt. Und was drin ist, aus welchen Rebsorten das Cuvée besteht. Ganz zu schweigen vom Streit um den Anspruch, den “echten” Bikavér zu machen, zwischen den Regionen Szekszárd und Eger. Aber dazu ein andermal.
Hier, in diesem Fall, haben wir es, soviel ist sicher, mit einem ernst zu nehmenden Vertreter seiner Zunft zu tun, den ein junger, aufstrebender Winzer zu verantworten hat. Die 14% Vol. merkt man ihm nicht allzu sehr an. Im Glas dunkles Lilablau, meine Nase erschnüffelt Brombeeren, grüne Kräuter, gegen später, nachdem er sich ein wenig mehr geöffnet hat auch Schokolade. Überhaupt scheint er einfach noch ein wenig zu jung zu sein, benötigt wohl noch seine Zeit in der Flasche. Am Gaumen dann viele Früchte, „testes“ würden die Ungarn sagen, das heißt körperreich – aber auch leicht zugleich. Es fehlt im ein wenig an Rückgrat, er bricht bei Abgang schnell weg, aber das kann sich vielleicht mit der Zeit noch entwickeln.
Wein: Bikavér, 2006
Weingut, Ort: Sebestyén Csaba, Szekszárd
Rebsorte/n: gute Frage
Alkoholgehalt: 14,0% Vol.
Preis: 12,95 EUR (3.240 Ft.)
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